März ‘08 auf neunetz.com

lesenswerte Artikel im März ‘08:

 

Interessantes, Nützliches, Neues

Aus abgeschnittenen Feeds Volltextfeeds machen

Myspass.de: Gratis deutsche Serien online anschauen

Komplette SouthPark-Episoden online schauen

radio.de: Einstiegspunkt für Onlineradiohörer

 

Analysen

The ongoing Friendfeed-Saga:

Kulturflatrate wird nicht funktionieren

Deutsche Version von Digg kommt in “12 bis 24 Monaten” und warum das für die deutsche SocialMedia-Landschaft gut sein wird (so es denn geschieht)

 

Und sonst

Farewell Allpeers: Allpeers schließt seine Pforten

Farewell Security: Socialthing! & co oder ‘meine Daten sind mir schnurz’

Farewell Sanity: Internet-Mememadness: Heute: Colorwars

Last not least:

Aus gegebenem Anlass: Beiträge hier sind nicht käuflich!

 

 

mehr ‘Best of Neunetz.com’

Re:publica ‘08: Nachlese

Neunetz.com, immer am Puls der Zeit, präsentiert: Der Welt späteste Re:publica-Nachlese

gapingvoid-culture

(pic: gapingvoid, baby)

Toll war’s. Und anstrengend. Vorweg: Ich fand die Re:publica nicht schlecht. Und Tim Pritlove mag ich eigentlich auch.

Aber.

Aber man merkte doch einigen Panels an, dass die Zusammensetzung entweder nicht so klappte wie geplant oder nicht strategisch genug zusammengesetzt wurde. Oft dümpelten Diskussionen eher so vor sich hin. Das war besonders schade, da einige wirklich interessante Geschichten dabei waren. Musik im Netz zum Beispiel. Ein IMG 1176hochemotionales und auch komplexes Thema, aus dem man locker eine eigene Konferenz machen könnte. Dümpelte leider die erste Dreiviertel Stunde vor sich hin, wurde dann noch die letzten 15 Minuten ein bisschen spannend aufgrund von Publikumsfragen und war dann schon wieder vorbei. Eine Stunde pro Podiumsdiskussion ist einfach zu knapp (Keine Pause zwischen den Vorträgen/Panels ist noch zu knapper).

An diesen Dingen krankten leider einige Panels. Vielleicht hatte ich auch nur zu hohe Erwartungen. Denn es war ja nicht schlecht. Nur eben auch nicht.. der Kracher.

Schlecht hingegen, geradezu unterirdig, war die Moderation von Tim Pritlove des Panels rund um die Zukunft von Social Networks.

Hinweis an Alle, denen eine Panelmoderation angeboten wird: Wenn man sich seit einem Jahr nicht mehr mit dem Thema auseinandergesetzt hat und auch keine Lust oder Zeit hat, sich vorzubereiten, die Moderation bitte lieber abgeben.

IMG 1175

 

Es war unfassbar. Ich hatte kurzzeitig das Gefühl, auf dem SXSW zu sein und einem Interview mit Zuckerberg zu lauschen (<- Insidergag). Pritlove schaffte es neben permanentem Pöbeln in Richtung Myspace-Vertreter und StudiVZ-Vertreter, nicht einmal das Zukunfts-Thema für SocialNetworks -Plattformen& APIs- anzusprechen. Das kam dann erst im letzten Drittel durch eine Publikumsfrage. Stattdessen ritt Pritlove auf dem Thema Datenschutz rum. Das zwar wichtig ist, aber nur ein Thema von vielen ist. Offensichtlich war es aber das Einzige, worüber Tim reden wollte oder konnte. Wahrscheinlich weil er seit einem Jahr nichts mehr zu SNs gelesen hat (Wir erinnern uns: vor einem Jahr, Ende 06/Anfang 07 war StudiVZ und dessen Sicherheitsstrategie, or lack thereof, Thema Nr.1).

StudiVZ-Sprecher Michael Brehm hatte außerdem leider das leere, verfloskelte Politikersprech erschreckend gut auf dem Kasten. Aber was sollte er auch schon machen? Ich bin wahrlich kein Fan von StudiVZ und dessem Strategierumgegurke. Aber das Mobverhalten im Publikum, jedes Mal wenn Brehm antwortete, war unter aller Kanone. Es war beschämend und ärgerlich.

Ärgerlich, weil ich ganz offensichtlich das lukrative Geschäftsmodell, Mistgabeln und Fackeln auf der re:publica zu verkaufen, völlig verpasst hatte. Damn.

Sei’s drum.

Eine Konferenz ist ja nur halb für die Panels und Vorträge da. Die hier naturgemäß schlechter wegkommen, als sie waren. Denn man neigt ja eher zum kritisieren als loben. Blöderweise.

Das Networking, sich kennen lernen, etc. ist mindestens ebenso wichtig. Und dafür ist die re:publica besser geeignet als alles Andere wenn es um Blogs und das Netz geht. Klar, liegt ja auf der Hand.

Genau das und der Grund, dass die re:publica bei allen Schwächen und Kritikpunkten ein wirklich runde (und meine Güte preisgünstige) Angelegenheit ist, der man anmerkt, dass die Macher mit dem Herzen dabei sind, also, ohne zu versuchen, diesen Satz bernhardesk werden zu lassen, wollte ich nur sagen, dass ich aus diesen Gründen nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei sein werde. Und das Jahr darauf auch.

 

Achja, was den SZ-Artikel angeht. Da haben andere schon alles Notwendige zu gesagt. Mittlerweile ist es mir schon ein bisschen peinlich, dass ich die Zeitung mal abonniert hatte.

 

Last not least: Chapeau in Richtung Herrn Lobo für seine Followerparty (und seinen souveränen Umgang auf dem Bloggeld-Panel mit Kritikern aus Publikum und vom Panel selbst)!

Google App Engine: Und auf einmal sinken die Einstiegskosten für kleine Webapp-Anbieter auf Null

Google steigt ins Cloud-Geschäft ein.

Als ich über Amazon S3 und co. schrieb , wunderte ich mich noch, warum Google den Überhang in seinen auf der ganzen Welt verteilten, riesigen Datencentern nicht für ein Konkurrenzangebot nutzt.

Gerüchte dazu schwirrten dank Dave Winer seit ein paar Tagen nun schon durch’s Netz und jetzt ist es so weit:

Die Google App Engine

Google geht dabei den typischen Google-Schritt weiter: Der Basisaccount ist kostenlos. Dieser Account umschließt 500 MB Speicherplatz, genügend CPU-Leistung (200 Millionen Megacycles/Tag) und 10 GB Traffic/Tag. Was wohl 5 Millionen Pageimpressions pro Monat entspricht (zumindest wird das so kommuniziert). Für ein kostenloses Angebot ist das eine kleine Sensation.

Die ersten Miniapplikationen gibt es auch schon. Was für mich sofort die Frage aufwirft, ob das hier nicht prädestiniert ist für kleine, kreative Einmannexperimente etc.

Das könnte dann unter Umständen eine ganze Armada an nützlichen kleinen Webapplikationen zur Folge haben. Vielleicht wird die Google App Engine ja unter Anderem(!) auch so etwas wie das Greasemonkey unter den Clouds . Alle denkbaren und undenkbaren kleinen Helferlein wird man da finden.

Interessant auch die weitere Verzahnung innerhalb des Googleaccount-Universums:

Applikationen, die mit Googles App-Engine gehostet werden, sollen sich zudem leicht mit anderen Google-Diensten integrieren lassen. Dies gilt z.B. für das Thema Authentifizierung und E-Mail.

Strategisch sehr clever.

Was wir hier sehen, ist der Beginn des Aufbaus einer Infrastruktur im Netz. Wie ich ihn schon bei Amazons S3,EC2 etc. mit dem Aufbau der Eisenbahnnetze am Anfang der Industrialisierung verglich.

Die Großen, die ganz Großen, werden sich zwangsläufig zu Infrastrukturanbietern entwickeln. Die Cleveren von ihnen bevor es die anderen kapieren. Hier sind die Großen Amazon und Google mit ihrem Datencenter-Knowhow und der bereits physisch vorhandenen Infrastruktur für ein skalierendes Hosting; im SocialNetwork-Bereich waren die Ersten, die das erkannt haben Facebook.

Vorerst ist Google App Engine auf Python als einzige Programmiersprache beschränkt. Was viele als starke Einschränkung bezeichnen. Das soll sich aber in nächster Zeit ändern.

Weitere Kritikpunkte :

Richard MacManus sieht auf R/WW auch negative Aspekte bei Googles Allinone-Lösung :

But looking at the bigger picture, startups which use Google App Engine are essentially tying themselves into Google’s technology. They’ll need to host with Google, do their processing with Google, store their data with Google, etc. And as some people have already speculated, having a web app built and deployed with Google App Engine makes it much easier for Google to eventually acquire that web app.

It does make you wonder: would you want Google to control your entire end-to-end development environment? Isn’t that what developers used to be afraid of Microsoft for?

 

Siehe auch für eine weitere kritische Stimme Technosailor Aaron Brazell:

Then there’s the question of privacy. Google’s ever present incursion into deeper parts of lives should make every privacy nut cringe, and turn those who are not privacy nuts into privacy nuts. With the adoption of OpenSocial and now providing a platform for application development, Google’s hand continue to delve deeper into our deeply guarded private lives.

re:publica ‘08

Heute abend fahr ich nach Berlin und bin den Rest der Woche auf der re:publica. Postings hier werden also rar werden für die nächsten Tage.

Vielleicht werde ich den einen oder anderen Gedanken zur re:publica auf meinem tumblr-Linkblog verfassen. Das geht dort schnell und dreckig und da ist mir auch eine vernünftige Signal-Noise-Ratio nicht so wichtig wie hier.

Friendfeed-Tools sprießen aus dem Boden

Nochmal zu Friendfeed, weil die aktuelle Dynamik gerade sehr interessant ist:

Wenn der Buzz einmal da ist, und man es schafft, erfolgreich auf dessen Welle zu reiten, dann hat man ganz schnell eine umtriebige Community, die selbst zusätzlich für enorme Nutzensteigerungen sorgen kann. Und schon hat man fast einen Selbstläufer.

So gibt es mittlerweile einige nützliche Greasemonkey-Skripte, mit denen man die Seite an die eigenen Bedürfnisse anpassen kann:

Pagerization ist ein großartiges Skript, dass die nachfolgenden Seiten am Ende der jeweiligen Seite lädt, so dass man einfach weiter scrollen kann. Das funktioniert übrigens nicht nur bei Friendfeed (mit dem FF Pagerization Fixer), sondern beispielsweise auch auf der Twitter-Homepage und dem Tumblr-Dashboard.

Ein Greasemonkeyskript zum Filtern der Friendfeed-Seite nach Diensten hatte ich ja bereits hier erwähnt.

Die Einträge pro Seite kann man auch auf 50 oder 100 erhöhen. Und zu jedem Eintrag einen Reshare-Link hinzufügen. Oder Links zu bereits aufgesuchten Seiten entfernen. Diese und mehr Greasemonkey-Skripte auf internetducttape.

Eine Friendfeed-Statistiken-Seite gibt es auch schon. Und wer will, kann Techmeme in einem Friendfeed-Tabladen.

Und eine Adobe-AIR-Desktopapplikation für Friendfeed ist auch schon in Planung (siehe zum Thema AIR mein Artikel für Blogs zum Thema AIR, und meine Bedenken).

Die Geschwindigkeit, mit der sich um Friendfeed ein Ökosystem bildet, ist nach wie vor beeindruckend.

Nur sollte man sich da aber als Gründer auch keine Illusionen machen. So etwas passiert vielleicht ein- oder maximal zweimal pro Jahr. (Andererseits kann das allgemeine Niveau solcher Entwicklungen mit der generellen Etablierung des Social Webs selbst weiter zunehmen. Sprich: Ohne eine etablierte Onlineöffentlichkeit mit Blogs, Techmeme etc. hätte Friendfeed diese Geschwindigkeit nicht hinlegen können. Was vielleicht grundsätzlich ein einfacheres Erreichen des Tipping Points innerhalb der eigenen Nische bedeuten kann. Kann wohlgemerkt.)

UPDATE: Eben noch dieses Blog, das sich ausschließlich mit Friendfeed befasst, entdeckt. qed

Ist die Nachricht wichtig, wird sie mich finden.

“If the news is that important, it will find me.” so laut New York Times ein College-Student in einer Studie über den Medienkonsum junger Leute.

Das trifft die aktuellen Veränderungen des Weges der Nachrichten vom Sender zum Empfänger ziemlich gut.

Ist auch im Grunde nix Neues. Aber in seinen Implikationen gar nicht zu unterschätzen. Man muss sich wirklich mal ein paar Minuten (oder mehr) Zeit nehmen und darüber nachdenken.

Andreas Göldi hat sich dazu ein paar Gedanken gemacht und das gut zusammengefasst .

Im Prinzip sagt dieser Satz aus, dass Nachrichten immer mehr vom Pull- zum sozialen Push-Medium werden. Wir gehen als Medienkonsumenten nicht mehr rituell in regelmässigen Abständen zur Newsquelle — so, wie man früher morgens die Zeitung gelesen oder brav zu einer festgelegten Zeit die Tageschau geguckt hat –, sondern wir warten ab, welche Nachrichten sich als relevant genug herausstellen, dass sie uns von anderen empfohlen werden.

Immer weniger bestimmen professionelle Medienschaffende, welche News wir als wichtig empfinden. News werden sozial. Empfehlungen anderer Leute — Freunde, Arbeitskollegen, Geschäftspartner, Gleichgesinnte — werden wichtiger als das, was Redaktionen als berichtenswert empfinden.

Es ist quasi eine schleichende Entmachtung der großen Redaktionen. Denn deren Zusammenstellung, Gewichtung und Anordnung an Nachrichten wird immer unwichtiger.

Es ist der Weg weg von Hierarchien und hin zu offenen, teilweise völlig neuen Ansätzen, die so typisch für das Netz sind.

Aggregatoren wie Techmeme oder Rivva erzeugen die Gewichtung, die Relevanzeinstufung über offene, marktähnliche Strukturen (man könnte es auch mit der Evolution vergleichen: “Survival of the most important” sozusagen).

Und der eigene Freundeskreis agiert zusätzlich als Bündel menschlicher Filter.

Auch Websites, die primär eine soziale Funktion erfüllen — Facebook oder Twitter beispielsweise — werden immer mehr als Kanal genutzt, mit dem man andere Leute auf interessante Meldungen aufmerksam machen kann.

 

Wie ich bereits am Ende meines Artikels über APIs, Märkte und Hierarchien nebenbei anmerkte:

Nicht der (anpassungsfähige) Journalist wird mit dem Netz somit in großen Teilen überflüssig, sondern der Redakteur…

laut.fm: User Generated Radio

Wo wir gerade bei Onlineradios sind: Martin schreibt auf zweinull.cc über laut.fm, ein Projekt von laut.de (eines der größten deutschsprachigen Online-Musikmagazine):

Vor einigen Tagen starteten die Konstanzer die Beta-Phase des User Generated Radio. Der neue Service macht genau das, was man angesichts des Namens erwartet: Nutzer können kostenlos einen individuellen Radiostream erstellen und im Netz verbreiten.[..]

Außerdem findet sich dort der HTML-Code zum Einbau des Radios in externe Seiten.[..]

Der Dienst überzeugt nicht nur auf funktioneller und konzeptioneller Ebene, sondern ist, wie eingangs erwähnt, für deutsche User komplett legal. Am Ende eines jeden Monats überweist laut.fm die anfallenden GEMA- und GVL-Gebühren, basierend auf der Spielhäufigkeit einzelner Titel. Das gilt auch für Musikstücke, die Nutzer von ihrer Festplatte hochgeladen haben.

Das klingt grossartig.

Wenn jemand eine Einladung für mich hätte, würde ich mich darüber sehr freuen.

Update: Habe eine Einladung über eine Email an radio AT laut.de bekommen.

radio.de: Einstiegspunkt für Onlineradiohörer

Radio.de ist quasi eine Art Internetradio-Katalog. Laut deutsche startups eben gelauncht, hat die Seite nach eigenen Angaben “über tausend deutsche und internationale Radiosender und Webradios in der Datenbank” angesammelt. Sortiert sind die einzelnen Radios nach Genre. Anwählen kann man die Genre-Gruppen wahlweise über die Seite oder gleich über die Adresszeile, da die Permalinkstruktur nach dem Schema “genre.radio.de” aufgebaut ist.

Das ist alles nett umgesetzt aber nichts Weltbewegendes. Die Anzahl der deutschen Radiosender, die einen Stream im Netz anbieten, scheint recht umfassend und ist damit ein guter Einstiegspunkt für Onlineradiohörer. Das Interface ist auch recht nett und lädt zum Switchen zwischen den Sendern ein. Wenn ich auch irgendwie keinen Button finden konnte, um den Stream wieder anzuhalten.

Geradezu ins Auge sticht die Frage, warum nicht ein paar neuere Technologien einbezogen wurden. Warum kann ich beispielsweise nicht meinen last.fm -Usernamen angeben und aufgrund meiner dort gesammelten Daten mir Radiosender empfehlen lassen?

 

radio

Alles einfach..

Craigslist jetzt auch auf Deutsch

Craigslist, die Seite, die den Kleinanzeigenmarkt der US-Tageszeitungen ruiniert hat, gibt es jetzt auch auf Deutsch.

Wikipedia über Craigslist:

Mit über drei Milliarden Seitenbesuchen von zehn Millionen Nutzern pro Monat ist das Unternehmen weltweit auf dem siebten Platz aller Internetfirmen. Mit sieben Millionen neuen Anzeigen im Monat ist es das größte Unternehmen dieser Art.

Eine auf Deutschland bezogene, allerdings englische Seite gibt es schon länger.

Die Seiten der jeweiligen Städte wie Berlin oder Zürich sind jetzt lediglich eingedeutscht.

Wird Craigslist im deutschsprachigen Raum dem Zeitungssektor nun ebenso das Fürchten lehren, wie es das in den USA getan hat?

Wir werden sehen. Gemütlicher für die Holz-Fraktion wird es auf jeden Fall nicht.

 

(via Techcrunch)

Friendfeed launcht API - und wird diesjähriger Überflieger?

Das Team hinter dem Lifestreaming-Tool friendfeed nutzt das aktuelle Momentum, hat Nebensächlichkeiten wie Schlaf verschoben und feuert neue Features en gros ab.

Gestern startete man eine eigene API (FAQ). Was friendfeed nochmal stark verbessern wird. APIs sind, wie wir hier bereits diskutiert hatten, der beste Weg, um das gesamte Potential einer Webapplikation auszuschöpfen. Voraussetzung: wenn sie auf eine bereits starke Applikation aufgesetzt werden, denn nur das zieht auch Entwickler an.

Und friendfeed hat das Potential, dieses Jahr durch die Decke zu gehen. Wie leicht sich die so schon gute Nutzbarkeit der Seite steigern lässt, zeigt bereits ein kleines Greasemonkeyscript, das es erlaubt, die Seite nach Diensten sortiert anzeigen zu lassen. So kann man an einer Leiste am oberen Rand auswählen, zum Beispiel nur SharedItems via GReader anzeigen zu lassen, oder nur del.icio.us-Links etc.

Oder diese ebenfalls noch vor dem Erscheinen der API erstellte Seite mit den Friendfeed Top 100 Most Linked-to Pages. All das wird mit einer API für Dritte viel leichter umsetzbar.

Generell Aggregatoren: Mit der nun verfügbaren API werden friendfeed-Aggregatoren in nächster Zeit geradezu aus dem Boden schiessen. Da die Aggregation unabhängig vom Gruppendenken stattfinden wird (es gibt keine digg- und kommentierbaren Frontpagethreads mit direkter Echochambereigenschaft sondern eine im Hintergrund stattfindende Addierung und Gewichtung), wird das besonders interessant werden.

Friendfeed fügt eine weitere Schicht zu bestehenden Webapplikationen hinzu und macht diese Schicht nun wieder auswertbar und in Relation setzbar. Sehr, sehr interessant.

Eine Erwähnung wert ist auch die Tatsache, dass das User Authentication Protocol oAuth für die API bald Unterstützung finden wird. Lobenswert.

Das ist alles eine erstaunliche Leistung. Denn man darf nicht vergessen, dass das Prinzip des Lifestreamings bereits seit 2005 durch das Web geistert. Die erste Seite damals war Suprglu. Eine Seite, die heute niemand mit Stauballergie ansurfen sollte. If you know what I mean.

friendfeed ist also weit davon entfernt firstmover zu sein, oder auch etwa die meisten Dienste zu unterstützen (das macht profilactic).

Aber friendfeed hat die beste User Experience und baut genau die Features ein, die es sticky machen. Rückübertragung von Kommentaren zu Twittereinträgen auf friendfeed zu Twitter zB. Und jetzt eine API, die auch offene Standards wie oAuth unterstützen wird und friendfeeds Position weiter stärken wird.

Das Team hinter friendfeed macht aktuell alles richtig. Jeder Gründer, sollte das genau beobachten und analysieren und lernen. Das ist künftiges Textbook. Besser wird es nicht.

Hörenswert in diesem Zusammenhang auch dieser Podcast mit friendfeed-Mitgründer Bret Taylor. Achtet auf die Aussagen zum scheinbar unwichtigen Detail, ob man die Kommentare threaded macht oder nicht. It’s in the details, stupid.

Ich glaube mittlerweile, dass die Chancen gut stehen, dass eines meiner drei Wörter für den Rückblick 2008 friendfeed sein wird.

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