Twister ist ein dezentrales Mikrobloggingtool, das auf BitTorrent und Bitcoin-Technik aufsetzt

Twister ist ein dezentrales Mikroblogging-Tool, das unter anderem auch auf die technische Basis von Bitcoin aufsetzt. Aus der FAQ:

For the complete description you should refer to the white paper. But in short: twister is comprised of three mostly independent overlay networks. The first provides distributed user registration and authentication and is based on the Bitcoin protocol. The second one is a Distributed Hash Table (DHT) overlay network providing key/value storage for user resources and tracker location for the third network. The last network is a collection of possibly disjoint “swarms” of followers, based on the Bittorrent protocol, which can be used for efficient near-instant notification delivery to many users.

Das ist weniger interessant für Menschen in westlichen Ländern.1 Aber für so etwas wie einen Arabischen Frühling ist es sehr gut, wenn solche Werkzeuge existieren und notfalls eingesetzt werden können.

Aus der Slashdot-Submission von Twister-Erfinder Miguel Freitas:

The twister network is running already: the client can be compiled for Linux, Mac, and Android. 2500 usernames were registered in the first 6 days.


  1. Und speziell nicht für Deutsche, die selbst am bequem nutzbaren Twitter wenig bis kein Interesse haben. 

P2P-Filesharing in USA sinkt auf 10 Prozent des Netzverkehrs

Filesharing ist laut einer Studie in den USA dank Netflix, Spotify und co. von 31 Prozent 2008 auf zehn Prozent des Netzverkehrs gesunken.

Digital Music News:

Sandvine noted that file-swapping now accounts for less than 10 percent of all internet traffic in the US, down from 31% in 2008. In 2004, file-sharing hogged more than 70 percent of total internet bandwidth. ”As observed in previous reports, BitTorrent continues to lose share and now accounts for just 7.4% of traffic during peak period and file-sharing as a whole now accounts for less than 10% of total daily traffic,” the report noted.

“This demonstrates a sharp decline in share. Long are the days when file-sharing accounted for over 31% total daily traffic, as we had revealed in our 2008 report.”

Die Zunahme attraktiv bepreister legaler Dienste scheint also die illegale Verbreitung bestimmter Inhalte einzudämmen.

Was Studien dieser Art allerdings nicht einbeziehen und warum man deshalb bei diesbezüglichen Schlussfolgerungen vorsichtig sein sollte, ist die legale Nutzung von Peer-to-Peer-Filesharing, die in der gleichen Zeit zugenommen haben dürfte. Die illegale Nutzung, die gleichzeitig stärker in Richtung Streaming gegangen ist, hat sich vom P2P-Traffic weg verlagert.

Angebote wie das schnell populär werdende BitTorrent Sync werden das Bild weiter verwischen und, natürlicherweise, es von außen immer schwerer machen, P2P illegaler oder legaler Nutzung zuzuordnen. Die Gleichsetzung "P2P = Illegal" war immer schon eine schnell irreführende Vereinfachung und wird zunehmend hinfällig werden.

Das kann natürlich auch bedeuten, dass, je nach dem welche Dienste mit welcher Architektur in den nächsten Jahren populär werden, P2P-Traffic auch wieder ansteigen kann. Ich halte das vor dem Hintergrund der weltweiten Überwachung durch NSA, GCHQ und co. für außerordentlich wahrscheinlich. Die Implikationen sind enorm.

BitTorrent Sync ist eine private Alternative zu Dropbox und co.

BitTorrent Inc. stellt mit BitTorrent Sync eine auf BitTorrent, das Filesharing-Protokoll, setzende Alternative zu Dropbox und co. vor. TorrentFreak:

There are several good use cases for BitTorrent Sync. For example, users can share folders across all devices, creating their own redundant backup with minimal effort.

Similarly, a group of people working with large files, such as filmmakers, will also enjoy the lack of storage limits and the rapid download speeds.

BitTorrent Sync muss man sich als ein einfach erstellbares privates BitTorrent-Netzwerk vorstellen.

Dass das für viele Einsatzzwecke sinnvoll sein kann, zeigen etwa Unternehmen wie Facebook und Twitter, die intern für die Verteilung von Dateien auf den Servern auf BitTorrent setzen.

TorrentFreak über die Installation:

Setting up the private network is relatively easy and can be done in a minute. Users just have to install the application, select a folder to share, generate a key and they’re good to go. The private key can then be used to sync the folder to other devices.

BitTorrent Sync ist für Windows, Mac OS und Linux in einer ersten Prä-Alpha-Version(!) verfügbar.

Deutschland kein BitTorrent-Land

TorrentFreak zitiert eine Studie über die globale Nutzung von BitTorrent von Musicmetric, einem Analyseunternehmen. Deutschland schafft es nach Musicmetric nicht in die Top10:

Auch Internet Archive nutzt jetzt BitTorrent

Jens Ihlenfeld auf Golem.de:

Mehr als 1 Million Torrents stellt das Internet Archive kostenlos zur Verfügung, darunter die Prelinger Filmsammlung und diverse Spielfilme, die Hörbuchsammlung Librivox und zahlreiche Bücher.

Sinnvolle Sache, da das Internet Archive mit BitTorrent leicht durch minimale Unterstützung von gewöhnlichen Internetnutzern entlastet werden kann. BitTorrent, oder Filesharing allgemein, dürfte der einzige Weg sein, wie man Kultur im großen Stil digital archivieren und vorhalten kann. Auf jeden Fall ist es der ökonomischste Weg.

BitTorrent ist bekanntlich die aktuell effizienteste Art, Dateien zu verteilen, und wird unter anderem auch von Universitäten oder etwa von Facebook und Twitter zur Serveraktualisierung eingesetzt.

Apple und BitTorrent greifen TV-Branche an

Apple airplay

Zumindest für die TV-Branche dürfte AirPlay-Mirroring das wichtigste Feature des im Sommer kommenden neuen Mac OS X sein. iPhoneBlog.de:

AirPlay-Mirroring gibt den vollständigen Desktop-Bildschirm drahtlos an einen Apple TV und den daran angeschlossenen Fernseher weiter.

Das heißt, alles was man auf dem Rechner anschaut, ob von Festplatte oder gestreamt (YouTube, etc.) kann leicht auf den großen Bildschirm gebracht werden.

Es wird schon länger gemutmaßt, wie ein künftiges, ernstes, AppleTV aussehen könnte. Tatsächlich dürfte das bestehende AppleTV, das noch nur ein Nebengeschäft für Apple ist, die erste Komponente des künftigen TV-Geschäfts von Apple sein.

Denn dieses wird eine Plattform sein. Mit Apps und allem Drumherum.

Und dafür braucht man mehr als einen Fernseher, den sich die Endkunden nur alle paar Jahre neu kaufen. Um die Reichweite der kommenden Plattform zu maximieren,  braucht Apple damit auch eine an vorhandene Fernseher anschließbare Box. Und das ist das bereits bestehende AppleTV, das kontinuierlich verbessert wird.

BusinessInsider spricht deutlich aus, was die Neuerung bedeutet:

If this is accurate, and you really can send webpages to your TV, it should scare the crap out of media companies who are doing everything they can to prevent themselves from being disrupted by TV on the internet.If you can easily beam Safari to your TV, it makes pirated video streams that much more attractive. You can watch them on the big screen with ease.

Zugegeben, es ist aufwendiger als GoogleTV oder Boxee, aber der Vorteil liegt auf der Hand: Offizielle Angebote von TV-Sendern wie Hulu, die TV-Plattformen blocken, um die Kannibalisierung des linearen TVs aufzuhalten, können AirPlay nicht aufhalten. Sie glauben, sie werden auf herrkömmlichen Rechnern angeschaut.

Allein mit diesem kleinen Feature könnte Apple also einen Nachfragesog für AppleTV erzeugen.

***

Bram Cohen, der Erfinder von BitTorrent, dem populärsten weil effizientesten Filesharing-Protokoll, hat vor wenigen Tagen eine Lösung vorgestellt, die Streaming und P2P zusammenbringt:

The ultimate winners of a P2P-based solution could be consumers, he argued, because it would enable publishers to put much more content online at a fraction of the cost of traditional CDNs. “Most of the video that people consume today is still not on the Internet,” said Cohen, adding that existing protocols aren’t set up to support big live events.

Das macht nicht nur Streaming günstiger sondern bringt mit dieser Vergünstigung auch die gleichen Herausforderungen für Rechteinhaber mit wie auf permanenten Downloads basiertes P2P.

Cohen selbst dürften die Implikationen bewusst sein:

Cohen said that the protocol could potentially be used for video conferencing, live streams of video game tournaments or even live sports events. “My goal here is to kill off television,” he joked.

***

Ist 2012 das Jahr, in dem das Internet dem Fernsehen endgültig auf den Leib rückt?

Sieht ganz danach aus.

-

(Disclosure: Ich besitze Apple-Aktien.)

Illegales Filesharing auch bei RIAA und Homeland Security

Nach dem Élysée-Palast und größeren US-Medienkonzernen wurden jetzt illegale Filesharing-Aktivitäten auch bei RIAA (Recording Industry Association of America) und Homeland Security gefunden.

TorrentFreak:

After carefully checking all the IP-addresses of the RIAA we found 6 unique addresses from where copyrighted material was shared. Aside from recent music albums from Jay-Z and Kanye West – which may have been downloaded for research purposes – RIAA staff also pirated the first five seasons of Dexter, an episode of Law and Order SVU, and a pirated audio converter and MP3 tagger.

[..]

Another prominent organization that has been in the news for their tough actions against online piracy is the Department of Homeland Security. In recent months they have seized domain names of hundreds of sites accused of facilitating counterfeiting and piracy, including the torrent search engine Torrent-Finder.
By now it probably comes as no surprise that staff at the Department of Homeland Security are also using BitTorrent. In fact, we found more than 900 unique IP-addresses at the Government organization through which copyrighted files were downloaded.
Since Homeland Security employs more than 200,000 people the finding is hardly a surprise. However, this and the other revelations show that BitTorrent is being used everywhere, from government agencies to even the most outspoken anti-piracy outfits.

Filesharing als die neue Prohibition. Auch damals haben oft selbst diejenigen, die Verbote mit starken Sanktionen durchgesetzt sehen wollten, hinter den Kulissen gegen diese Verbote verstossen.

Überraschung: BitTorrent-Piraten bei Sony, Universal und Fox gefunden

TorrentFreak hat mit Hilfe von YouHaveDownloaded, das ungefähr 20% der öffentlichen BitTorrent-Downloads trackt, herausgefunden, dass – Überraschung! – auch bei den großen Medienkonzernen illegal Filme und Musik heruntergeladen werden.

TorrentFreak:

After some initial skimming we’ve discovered BitTorrent pirates at nearly every major entertainment industry company in the US, including Sony Pictures Entertainment, Fox Entertainment and NBC Universal. Busted.

[..]

Another Hollywood studio where it’s not uncommon to download music, TV-shows and movies is NBC Universal. The employee(s) behind one of the IP-addresses at the Fort Lauderdale office in Florida downloaded the first season of ‘Game of Thrones,’ some trance music, a DVD of ‘Cowboys and Aliens’, and much more.

Die Unternehmen also, die unter anderem mit Three Strikes andere vom Internet trennen wollen haben in ihren eigenen Reihen selbst reichlich Urheberrechtsverletzer.

Wie viele dieser Mitarbeiter von Sony, Universal und co. wohl Premiumkunden bei Rapidshare und Megaupload sind?

Wie BitTorrent arbeitet

Fefe erklärt die Arbeitsweise des P2P-Filesharing-Protokolls BitTorrent.

Ein Tracker verteilt keine Dateien. Nehmen wir mal an, ihr wollt euch den Fnord-Jahresrückblick 2010 per Bittorrent runterladen. Das Torrent-File beinhaltet folgendes:

Eine Liste von Tracker-URLs
Eine Liste von Dateinamen und -längen
eine Liste von Hashwerten für Teile des Inhalts

Und geht dabei auch auf unautorisierte Kopien und Filesharing ein:

Wenn die Content-Industrie sich also hinstellt, und dem Trackerbetreiber Beihilfe unterstellt, dann hat das von den Fakten her keinerlei Basis in der Realität. Es gibt nichts, was ein Trackerbetreiber tun könnte, um zu einem gegebenen Torrent herauszufinden, um was für Inhalte es sich handelt. Er könnte natürlich loslaufen und Suchmaschinen nach dem Hash befragen. Aber selbst dann hat er ja nur den Dateinamen und Hashes, d.h. er muss die Nutzdaten erst einmal selber runterladen, um prüfen zu können, ob es sich um eine Raubkopie handelt. Es ist also überhaupt nicht möglich für einen Trackerbetreiber, das Tracken von Raubkopien zu verhindern.

[..]

Nun könnte man sich vorstellen, dass die Verwertungsgesellschaften eine Liste von “verbotenen” Hashes publiziert. Und die geben sie dem Trackerbetreiber, und der blockiert die dann. Was passiert, wenn man sowas zulässt, sieht man gerade schön auf Youtube, wo regelmäßig Creative Commons-Musik runterfliegt, weil irgendeine Verwertungsgesellschaft einen “bedauerlichen Fehler” begangen hat.

Worauf wir letzten Endes mittel- bis langfristig zugehen, ist eine Auseinandersetzung, bei der wir als Gesellschaft entscheiden müssen, was für uns schützenswerter ist: P2P-Produktion von Kultur (UGC und co.) und frei entfaltbare Kommunikation oder nach industriellen Maßstäben organisierte Kulturproduktion.

Der Schutz des einen geht immer auch auf Kosten des anderen.

An der Architektur von BitTorrent, dem effizientesten P2P-Protokoll, und dessen Auswirkungen auf die rechtlichen Randfelder kann man das exemplarisch beobachten.

Siehe zum Thema auch:

Wikipedia nutzt BitTorrent für HTML5-Video

swamrplayerNewTeeVee berichtet, dass Wikipedia angefangen hat, BitTorrent-basierte P2P-Technologie zu nutzen, um die Traffic-Kosten für Videos zu senken:

The trial is based on Swarmplayer, which has been developed by the EU-funded P2P Next Project. P2P Next is officially releasing the developers preview of Swarmplayer 2.0 today. An official beta test is planned for October, but I was told by one of the people behind P2P Next that the current version is already considered stable.

Swarmplayer used to be a standalone player that could be used to access and stream video from BitTorrent swarms. Its new iteration instead comes in the form of a Firefox plugin, which combines traditional web seeding with P2P data distribution to stream videos right within a web page. The plugin displays information about transferred bandwidth in the browser’s status bar and enables users to edit their sharing settings through a dedicated web UI.

Wer das Browser-Plugin nicht installiert hat, bekommt den normalen Video-Stream von den Wikipedia-Servern.

BitTorrent wird aufgrund seiner Effizienz bei der Verbreitung von Dateien auch von Facebook und Twitter eingesetzt, um intern Server schnell und ressourcenschonend zu aktualisieren.

Facebook und Twitter setzen BitTorrent ein

Filesharing mal anders.

Torrentfreak über den Einsatz von BitTorrent bei Twitter:

“Using the file-sharing protocol, we launched a side-project called Murder and after a few days (and especially nights) of nervous full-site tinkering, it turned a 40 minute deploy process into one that lasted just 12 seconds,” [Twitter engineer Larry] Gadea commented.

BitTorrent is 75 times faster when compared to the old server deployment system, reducing deployments across thousands of servers to just a few seconds. With BitTorrent, every server not only downloads the new files, but also becomes a distribution point that helps to spread it to others.

Torrentfreak über den Einsatz von BitTorrent bei Facebook:

With their BitTorrent-powered distribution system Facebook is now able to send a few hundred MB to tens of thousands of machines in just one minute. The internal Facebook swarm turns every server into a peer that helps in distributing the new code, which gets it updated as quickly as possible. Without BitTorrent this process could take several hours to complete.

Auch Universitäten setzen BitTorrent ein, und sparen dadurch Geld:

A Dutch university reported that it retired 20 of the 22 servers it used to send out updates to workstations, saving not only time but also money.

(Hervorhebungen von mir)

Filesharing ist die effizienteste Form der Verbreitung von digitalen Inhalten über das Netz. BitTorrent selbst ist wiederrum aktuell das effizienteste Filesharing-Protokoll. Es ist wenig verwunderlich, dass Web-Unternehmen wie Twitter und Facebook beginnen, diese Distributionsmöglichkeiten auch intern zur Effizienzsteigerung zu nutzen. Und Facebook und Twitter werden nicht die letzten Unternehmen sein.

Warum Google BitTorrent erfolgreich machte

Torrentfreak hat einen interessanten Artikel veröffentlicht, in dem die These vertreten wird, dass nicht nur die überlegene Technik für den Erfolg von BitTorrent, dem weltweit dominierenden Filesharing-Protokoll, verantwortlich ist, sondern zu einem Gutteil auch Google und andere Suchmaschinen.

Der Grund: Viele BitTorrent-Suchmaschinen werden ihrerseits von Google und co. indiziert. Was wiederrum dazu führt, dass die einschlägigen Suchergebnisse BitTorrent-Ergebnisse aufweisen:

A site like isoHunt for example, has 13,500,000 million indexed pages on Google and The Pirate Bay has 3,760,000. All public torrent sites combined, there are probably over a billion torrent pages indexed by Google alone.

[..]

We’re now at a point where torrent sites top the search results for nearly search phrases related to downloading movies and music. For example, a Google search for “Shutter Island download” returns 6 torrent sites in the top 10 results and no legal authorized download options. The same is true for nearly all similar searches.

[..]

All in all it is fair to say that BitTorrent is as popular as it is right now simply because it’s web-based and findable through search engines.

Man könnte es auch so zusammenfassen: BitTorrent verdankt seine Popularität zu einem Gutteil der Tatsache, dass es www-kompatibel ist. Das kann man von den meisten anderen Filesharing-Alternativen nicht behaupten.

Daraus lässt sich eine allgemeine Erkenntnis ableiten, die eigentlich fast schon eine Binsenweisheit ist, aus iPad-Aktualität aber nicht oft genug wiederholt werden kann: Alle anderen Parameter gleich ist immer derjenige online erfolgreicher, der an den Rest des Webs andockbar ist.

Die fehlerhafte Berichterstattung der Medien im Fall OiNK

Fassen wir noch einmal zusammen: Gestern wurde der BitTorrent-Tracker OiNK geschlossen und der Admin verhaftet. In der Berichterstattung kam es ausnahmslos (so weit ich das überblicken kann) zu fehlerhaften Agenturmeldungen von AP (u.A. auf NZZ), AFP (u.A. auf SZ) und Reuters und höchstwahrscheinlich weiteren.

In allen Agenturmeldungen wurde fälschlicherweise behauptet, OiNK sei eine Seite gewesen, zu der man nur gegen Bezahlung Zugang erhielt.

Nun könnte man die Verbreitung dieser falschen Tatsache als zwar ärgerlich aber nicht schwerwiegend abtun. Es stimmt zwar (gelinde ausgedrückt) bedenklich, dass Nachrichtenagenturen offensichtlich das Zweiquellenprinzip bei einigen Meldungen ignorieren und willentlich einer vorbelasteten Seite blind vertrauen. Auch bleibt man etwas grübelnd zurück, was die Agenturmitarbeiter von einer fünfminütigen Googlesuche abgehalten hat, um die Informationen, die man wohl von der IFPI-Pressemitteilung übernahm, gegenzuchecken. Denn es hätten sich schnell unzählige Beweise für das Gegenteil gefunden.

Nun, wie gesagt, bedenklich, das Ganze, aber damit ist diese Thematik auch durch, oder?

Nicht ganz.

Denn es scheint, genau diese (man könnte fast denken, bewusst so verbreitete) Fehlinformation scheint es erst ermöglicht zu haben, dass die Musikindustrievereinigungen IFPI und BPI in Zusammenarbeit mit verschiedenen Polizeidiensten die Seite schließen und den Admin verhaften konnten (er wurde mittlerweile freigelassen).
Torrentfreak:

The FIOD-ECD – Fiscal Investigation Unit of the Dutch Police is a worrying inclusion to the list of people involved in the closure of OiNK. FIOD-ECD is a Dutch government agency dedicated to chasing down people alleged to be involved in fiscal, financial and economic fraud – usually major criminals. With these people involved, getting access to records from hosts wouldn’t have proven too difficult – FIOD-ECD are not just another BREIN, they have some serious powers.

(Hervorhebung von mir)

Demnach scheint eine Polizei-Einheit involviert gewesen zu sein, die auf schwerwiegende Wirtschaftsverbrechen und dergleichen spezialisiert ist. Warum? Weil behauptet wird, der OiNK-Betreiber habe mit der Seite “Hundreds of Thousands of Pounds” gemacht (siehe BBC-Bericht). Und womit hat er das Geld gemacht? Mit den Zahlungen für den Zugang! Herrjeh. Und das nach angeblich 2 Jahren Ermittlung. Und niemand scheint sich zu fragen, warum jemand, der angeblich Hunderttausende von britischen Pfund verdient, nebenbei noch seinem Tagesjob nachgeht.

Diese falsche Prämisse erklärt auch das unverhältnismäßig harte Vorgehen gegen OiNK. Mir erscheint es so, als wenn dieser Vorfall im Großen und Ganzen ein erstaunlicher Publicitystunt seitens der Industrievereinigungen war. Bevor der OiNK-Admin verhaftet wurde, informierten die Musikindustrievereinigungen IFPI und BPI die Presse, für Bilder und Video live von der Verhaftung (Can you say Witchhunt?). Die Presse folgte dem gern und gerierte sich als kritikloser Erfüllungsgehilfe der Verwertungsindustrie.

Man schaue sich nur diesen absurd einseitigen Bericht von der BBC auf youtube an.

Einen weiteren interessanten Punkt sprechen Piratebay-Admin Brokep und auch Torrentfreak an:

They [The British and Dutch Pirate Parties] also condemn the police forces for allowing the presumption of innocence to be discarded, in that the domain of the website, has been effectively hijacked, and replaced by a page insinuating guilt on the part of the site owner. The ‘Presumption of Innocence’, better known as “innocent until proven guilty” is a cornerstone of law both in the Netherlands and UK. Surely, if anyone should have put a temporary website under the Oink domain, then it should have been the Cleveland police, or the Dutch police, not the record label owners union.

In der Tat, ‘unschuldig bis zum Beweis des Gegenteils’ scheint bei Filesharing nicht mehr zu gelten.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass bei der hier beobachtbaren Mischung aus polizeilicher Inkompetenz, einem Verhalten von Lobbyvereinigungen, das sie als über den Gesetz stehend wähnend entlarvt, und einer blind der Industrie vertrauenden Presse ein sehr fahler Beigeschmack zurückbleibt.

Bonuslink: Dj Rupture, selbst Musiker, nagelt das Thema OiNK:

More than anything else this year, music & software file-sharing site Oink changed the way I thought about the music industry & BitTorrent technology. [..]

In many cases, I believe that downloading an album from Oink would be both faster (more on this in a bit) and give you more information about the CD than sites like iTunes. [..]

Think about that… a free website, which gives fast downloads of music at equivalent or higher quality than the paid music sites. And this free site has an incredibly deep collection of both new and old releases, usually in a variety of file formats and bit-rates. It’s overwhelming! [..]

My library metaphor for Oink makes more sense than economic analogies: for digital music & data, there’s lots of demand but no scarcity at all, which either requires that we rebuild an economic model not based on supply & demand, or start embracing commons analogies. I like living from my music but I also like libraries, the ideas behind of libraries… [..]

Oink didn’t offer solutions; it highlighted the problems of over-priced, over-controlled music elsewhere. Oink was an online paradise for music fans.

BitTorrent-Seite Oink ist down, Admin verhaftet [UPDATE]

Die BitTorrent-Landschaft erbebt:

Der auf Musik und Musikprogramme spezialisierte BitTorrent-Tracker Oink wurde von der Polizei heute geschlossen, die Server beschlagnahmt und der 24-jährige Administrator verhaftet:

The British and the Dutch police both contributed to the investigation that was initiated by the IFPI and the BPI, two well known anti-piracy organizations. The operation was supported by Interpol who coordinated the international cooperation.

Eine Aktion im großen Stil.

According to early reports OiNk’s servers were confiscated in Amsterdam last week.

Das stimmt so nicht. Die Seite war gestern noch online.

Was ist Oink?

Oink ist/war ein privater BitTorrent-Tracker. Das heißt, man bekam in der Regel nur durch Einladung eines anderen Mitglieds Zugang. Trotz dieser einschränkenden Struktur hatte Oink zuletzt eine Mitgliederanzahl von über 180.000. Oink war damit einer der größten privaten BitTorrent-Tracker überhaupt.

Da man bei privaten Trackern ein angemessenes Verhältnis zwischen Upload und Download aufrechterhalten und dementsprechend seeden (=Anbieten von gesamten Dateien) muss, um nicht ausgeschlossen zu werden, sind die Downloadraten bei privaten Trackern ausgesprochen gut. In der Regel liegen bei ihnen die Downloadraten an der Obergrenze des eigenen Internetanschlusses.

Man kann also bei privaten BitTorrent-Trackern ab einer bestimmten Größe mit Fug und Recht von einer der vielleicht effektivsten P2P-Varianten überhaupt sprechen.

Es verwundert also nicht, dass die großen privaten BitTorrent-Tracker zu Zielen der Urheberrechtsindustrie werden.

BBC-Meldung:

Users were only invited to join the site if they could prove that they had music to offer, according to an IFPI spokesman.

Bullshit. Falschinformationen, die man natürlich so auch in der IFPI-Pressemitteilung findet:

OiNK operated an exclusive membership scheme by which users were only invited to join the site if they could prove that they had music to offer.

Weitere Meldungen zum Thema, teilweise leider falsch:

- Onlinekosten.de – Schlag gegen illegale Internet-Musikbörse OiNK:

Die Server der Website seien vergangene Woche in Amsterdam von der Polizei beschlagnahmt worden.

Das kann wie gesagt nicht sein, da die Seite Anfang dieser Woche noch erreichbar und funktionsfähig war.

Die Bedingung für eine Mitgliedschaft bei OiNK war, dass der Anwärter selbst Musik anzubieten hat.

Gah!

- NZZ Online copy&pastet die AP-Meldung:

Die Website OiNK, die nur auf Einladung zugänglich war, hatte sich darauf spezialisiert, Alben vor ihrem offiziellen Start zu verbreiten.

Die Spezialisierung lag auf Musik. Der hier erwähnte Aspekt wurde nur in der IFPI-Pressemitteilung hervorgehoben.

Die 180’000 Mitglieder «spendeten», um die Alben hoch- oder herunterzuladen, die auf der Website oft schon mehreren Wochen früher zu haben waren.

Spenden konnte, wer die Ratio nicht aufrechterhalten konnte wer sich vor Deaktivierung wegen Inaktivität schützen wollte. Quasi ein ‘Freikaufen’. Man konnte sich so auch einen höheren Status erkaufen, der das Einladen anderer User erlaubt. Notwendig zur Nutzung der Seite war das nicht.

- futurezone.ORF.at (wo man lediglich die Reuters-Meldung umformuliert und zur BBC und zur IFPI-Meldung linkt, nicht aber zum Torrentfreak-Blog, von dem man weitere Informationen indirekt zitiert)

UPDATE:

Ich mache es mir jetzt hier zur Aufgabe, die Schlampigkeit und Industriehörigkeit der Agenturen (wurde da mehr gemacht als die IFPI-Pressemitteilung zu übernehmen?) an diesem Fall beispielhaft zu dokumentieren:

Süddeutsche copy&pastet die AFP-Meldung:

Die Bedingung für eine Mitgliedschaft bei OiNK war, dass der Anwärter selbst Musik anzubieten hat.

Nochmal: Man musste selbst keine eigene Musik in das Oink-System einspeisen, um dort beizutreten.

Eine der Bedingungen für eine andauernde Mitgliedschaft war zwar das Uploaden runtergeladener Musik. Das Verhältnis Up- zu Download wurde aber zum ersten Mal erst ab 5GB Download überprüft.

Das heißt, solange man 5GB Download nicht überschritt, hatte man nicht die Verpflichtung, selbst Musik hochzuladen.

Die Ratio-Tabelle von Oink fand ich gerepostet mangels Alternativen eben hier (heh, Recherche):

Level | Download Amount | Minimum Required Ratio | Grace Period
0 Less than 5GB None None
1 5.00 GB – 10.00 GB 0.15 14 days
2 10.00 GB – 25.00 GB 0.20 None
3 25.00 GB – 50.00 GB 0.25 None
4 50.00 GB – 75.00 GB 0.30 None
5 75.00 GB – 100.00 GB 0.35 None
6 100.00 GB – 125.00 GB 0.40 None
7 125.00 GB – 150.00 GB 0.45 None
8 150.00 GB or more 0.50 None

(Falls jemand eine gecachete Version der Rules/FAQ/wieauchimmerdashieß direkt von Oink findet, wäre ich sehr froh. Bin mir aber nicht sicher, ob das überhaupt öffentlich zugänglich war.)

Dass man allerdings bereits uploadet, während man noch runterlädt, ist nebenbei systemimmanent bei BitTorrent und vom User nur bedingt beeinflussbar.

Ich denke, dass mit der ‘Verpflichtung zur Bereitstellung von Musik’ in allen Meldungen eine simplifizierte, leider irreführende Beschreibung für das Ratio-System gemeint ist. Oder es ist eine blinde Übernahme der IFPI-Pressemitteilung. Je nach dem, wie viel Glauben man noch in das Agenturwesen und den Journalismus allgemein hat.

Übersicht über BitTorrent

BitTorrent erfreut sich stetig steigender Beliebtheit. Selbst im früher mal traditionell starken edonkey-Land Deutschland hat sich BitTorrent vor geraumer Zeit an die Traffic-Spitze gesetzt.

Das verwundert nicht. Ist BitTorrent doch das zur Zeit effizienteste p2p-Protokoll. Höhere Downloadraten wird man im Schnitt nirgendwo sonst finden. Und mit einem Client wie utorrent für Windows bekommt man ein Programm, das so klein ist, dass man auf den Gedanken kommt, es verschwünde hätte es eine Programmzeile weniger.

BitTorrent bringt gegenüber anderen P2P-Netzen weitere Vorteile mit. So kann man quasi für jede Suche auf einer Torrentsuchmachine einen RSS-Feed abonnieren. Es gibt sogar eine Seite, über welche man bequem RSS-Feeds zu Torrents von Serien abonnieren kann. Das Internet wird damit zum vollautomatischen Videorekorder. Leider ist das (noch?) illegal. Deshalb fehlt hier natürlich ein Link zu dieser Seite. Aber das zeigt bereits, welche Möglichkeiten BitTorrent bietet. (Siehe zum Beispiel auch mein Review zum BitTorrent-Socialnetwork Tioti)

Für alle Fragen rund um BitTorrent habe ich im Folgenden eine Linkübersicht zusammengestellt, die in meinen Augen keine Wünsche offenlässt (vorausgesetzt man ist des Englischen mächtig).

Linkübersicht zu BitTorrent

Für Beginner

Für Fortgeschrittene

Tribler – BitTorrent auf sozial

Tribler ist ein neuartiger BitTorrent-Client, der die soziale Komponente nach BitTorrentland bringen will. Suchergebnisse werden, sofern möglich, in einem youtubeähnlichen Raster mit Vorschaubildern dargestellt. Tribler indiziert außerdem die Dateien auf der Festplatte und vergleicht diese mit denen anderer Triblernutzer. Personen mit ähnlichem Geschmack werden angezeigt und ähnliche zum Tausch freigegebene Dateien empfohlen.

The information about the discovered files and persons is available in the Tribler program. By browsing through the files and persons each user can find their prefered files and users. The tribler program helps you by giving extra information about each item (whether it is a file or a person) and also shows what other users think about it. When you find a person you like you can add him as a friend.

Legales P2P-Filesharing und Anonymität

Durchsucht werden BitTorrent.com, youtube und lifeleak. Tribler empfiehlt weitere Seiten über die man legal Content per p2p runterladen kann. Denn mit Tribler findet man erstaunlicherweise kaum illegalen Content. Zumindest habe ich bei meinen Tests fast nichts gefunden. Was aber auch nicht weiter verwunderlich ist, denn kaum jemand wird Tribler für illegales Filesharing verwenden wollen. Die soziale Komponente zerstört schließlich jedes (falsche) Gefühl von Anonymität. Welche allerdings, nebenbei bemerkt, bei BitTorrent durch den Aufbau des Protokolls sowieso nicht sonderlich ausgeprägt ist.

Allerdings ist das Durchsuchen der gesamten Festplatte nach Dateien und das anschließende Abgleichen mit anderen Triblernutzern etwas ungewöhnlich und ziemlich unheimlich.

Ähnliche Projekte

Tribler ist vielleicht am ehesten noch mit dem Azureusprojekt Zudeo vergleichbar, das jetzt Vuze heißt (Herrjeh, warum auch immer). Über Zudeo hatte ich hier schon mal berichtet. Auch der Democracyplayer fällt einem hier ein. Und schlussendlich das TV-Social Network tioti mit seiner BitTorrent-Integration.

Interessante Randnotiz: Tribler wurde mit niederländischen Steuergeldern realisiert.

(via Torrentfreak)

Tags:[tag]BitTorrent, Tribler[/tag]

FoxTorrent- BitTorrent für Firefox

BitTorrent, das weiß jedes Kind, ist das am besten skalierende P2P-Protokoll das wo gibt, oder so. Das Tolle an BitTorrent ist neben seiner Effizienz aber auch, dass zum Beispiel RSS unterstützt wird. Das heißt neu verfügbare Dateien (*hust*TV-Shows*hust*) werden im Idealfall automatisch vom Client runtergeladen.

Red Swoosh haben nun mit Foxtorrent gestern das erste voll funktionsfähige BitTorrent-Addon für Firefox releast. Damit können Firefoxnutzer was Operanutzer schon länger können: Dateien über BitTorrent mit dem Browser downloaden. Neben der Browserintegration ist ein weiterer interessanter Aspekt, dass Foxtorrent bei hohen Übertragungsraten Streaming erlaubt. Heißt, man kann ein Video, das noch runtergeladen wird, bereits anschauen. Nachteil ist, dass die einzelnen Teile einer Datei nicht mehr entsprechend der Verfügbarkeit im Torrentschwarm runtergeladen werden, sondern der Reihenfolge nach. Das hat negative Auswirkungen auf die Geschwindigkeit, was am Ende sich selbst in den Schwanz beist indem es im worst case streamen nicht ermöglicht.

Im Zusammenhang mit Firefox’ generellen Arbeitsspeicherhunger (Tipps für Abhilfe hier), ist auch folgende Aussage auf der Foxtorrentseite ganz interessant:

Foxtorrent uses less than 8 MB of RAM

Auch wenn ich das nicht recht glauben will. Man wird sehen. Der ausführliche Artikel auf p2p-Blog scheint meine Skepsis zu bestätigen:

The windows version of Foxtorrent has some major memory leaks that require regular restarts.

Scheint, da gibt es noch Einiges zu tun für die Entwickler.

Es gibt noch weitere Projekte, BitTorrent auf den Firefox zu bringen. Auf Torrentfreak kann man unter anderem über Firestorm und Bitfox sich informieren. Beide befinden sich noch in einem frühen Stadium.

Foxtorrent und die anderen Addons werden in Funktionsumfang und Nützlichkeit so schnell nicht an standaloneclients herankommen. utorrent unter Windows ist einfach nahezu unschlagbar. Browserintegration hilft der allgemeinen Verbreitung von BitTorrent (das auch so schon gut unterwegs ist) aber ungemein. Kein weiteres Programm zu benötigen, ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Und irgendwann, in einer fernen Zukunft, werden Torrentdownloads so einfach runterladbar sein wie normale Downloads. Eine schöne Vorstellung.

In diesem Zusammenhang auch interessant: die Torrent Search Bar oder die Torrent Finder Toolbar.

deutsche Artikel über Foxtorrent:

auf netzwelt
auf gulli

englische Artikel über Foxtorrent:

auf Torrentfreak
auf p2pblog

Tags:[tag]Foxtorrent, Firefox, BitTorrent[/tag]

BitTorrent wird voraussichtlich noch dieses Jahr werbefinanziertes TV-Netzwerk starten

Wie torrentfreak berichtet, wird BitTorrent Inc. voraussichtlich noch dieses Jahr ein kostenfreies, werbefinanziertes Internet-TV-Netzwerk gründen.

On a discussion panel at the OMMA Expo, Eric Patterson, BitTorrent’s general manager of consumer services, said:

“We see us moving to an advertising-supported model at the end of the year so people can consume TV shows in the same way they consume programs on television.”

Eine logische Entwicklung. Denn der aktuelle Versuch DRM-verseuchte Filme und Serienepisoden auf der BitTorrent-Seite -neben illegalen kostenfreien Suchergebnissen, die man ebenfalls auf der Seite findet- zu verkaufen, ist schlicht zum Scheitern verurteilt.

Inwiefern die teilnehmenden Sender akzeptieren werden, dass das Internet ein globales Medium ist, wird sich zeigen. Wenn man sieht, dass zum Beispiel der US-PayTV-Sender Showtime Internetuser außerhalb der USA nicht einmal auf die eigene Seite lässt (und auf den SL-Satz gehe ich jetzt nicht weiter ein..), wird die erste Inkarnation eines BitTorrent-TV-Netzwerkes höchstwahrscheinlich mit IP-Filtern kommen, die Jeden außerhalb des jeweiligen Landes ausfiltern. Für Medienkonzerne können die Schritte bekanntlich nicht klein genug sein.

BitTorrent ist die aktuell effizienteste Form der Verbreitung von großen Dateien und ist weltweit das von den meisten Usern genutzte P2P-Netzwerk.

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BBC-Shows via Zudeo, und andere Möglichkeiten für TV via Internet

Zudeo ist die neue Videoplattform von Azureus. Dem Unternehmen von dem auch der weltbekannte BitTorrent-Client gleichen Namens stammt. Azureus gehört, trotz seines Ressourcenhungers, zu den beliebtesten BitTorrent-Clients. Mit dem Launch von Zudeo liegt eine Zudeoversion von Azureus vor, die es ermöglicht, auf einfache Weise Videos in HD-Qualität mittels BitTorrent über die Zudeoseite herunterzuladen. Im Vergleich zu Youtube haben die Videos also eine erheblich bessere Qualität. Dafür muss man die Videos erst herunterladen bevor man sie anschauen kann. Streaming einer niederwertigen Videoversion ist (aktuell noch) nicht möglich. Altbekannte Features wie bewerten und kommentieren sind auf der Seite natürlich auch vertreten.

Jetzt hat Azureus bekannt gegeben, dass man eine Partnerschaft mit BBC Worldwide eingegangen ist. US-User werden Episoden ausgewählter BBC-Shows über Zudeo erwerben können, und zwar nur US-User. Insofern erstmal recht uninteressant für deutsche Nutzer. Die Partnerschaft mit BBC Worldwide als Anfang ist aber nicht zu unterschätzen. Wenn die Seite ein Erfolg wird, könnte das Ganze daher sehr schnell in absehbarer Zukunft auch für deutsche Nutzer interessant werden.

Die Nutzung von BitTorrent zur Übertragung großer Dateien ist, man kann schon fast sagen, unvermeidlich. BitTorrent ist das effizienteste Protokoll zur Datenübertragung im Netz. Testweise habe ich den Simsponstrailer runtergeladen und war damit quasi sofort am Downloadlimit meiner Verbindung. Schon allein dadurch, dass Seiten die auf das Bit Torrent Protokoll setzen, einen erheblichen Wettbewerbsvorteil durch niedrigere Kosten haben, dürft sich Bit Torrent hier etablieren.

Einige mögliche Alternativen/ Mitbewerber zu Zudeo:

Tioti.com: Mehr oder weniger ein Socialnetwork-Frontend für BitTorrent- und andere TV-Downloadlinks (z.B. itunes). Könnte sich, wenn richtig umgesetzt zu einem Killer entwickeln. File under Netzwerkeffekt. Größtes Problem: Massive Einbindung von illegalen BitTorrent-Links wird (gelinde gesagt) zur Verstimmung der Contentindustrie führen, und Kooperation damit erschweren. Auf der anderen Seite dürfte eine indirekte Korrelation zwischen BitTorrent-Einbindung und Userakzeptanz/-wachstum bei Tioti bestehen. Klassischer Konflikt, wie es klassicher gar nicht sein könnte.

Democracy Player: Mit diesem Freewareprogramm kann man nicht nur Videocasts abonnieren und anschauen sondern auch per BitTorrent (und via rss automatisiert) zeitlich versetzt erscheinende Episoden bequem herunterladen. Praktisch: das Programm räumt hinter sich auf. Man gibt lediglich die Zeit an, die die heruntergeladenen Videos auf der Festplatte bleiben sollen.

Und dann kommt ja auch noch das Venice Project..

 

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