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OpenSocial: Google vereint Social Networks unter gemeinsamer Schnittstelle

Das ging schnell und weiter als erwartet: Als vor rund einem Monat Googles Pläne zur Öffnung und Bereitstellung einer Programmierschnittstelle (API) ähnlich der von Facebook bekannt wurden, war das bereits Big News. Aber das heute bekannt Gewordene übersteigt das noch:

Googles neues Projekt OpenSocial (live ab morgen laut Techcrunch) wird auf Grundlage einer als Standard fungierenden API es ermöglichen, Applikationen für mehrere Social Networks schreiben zu können. Das heißt, man muss nur einmal eine Applikation schreiben und diese funktioniert dann auf allen Social Networks, die bei Googles OpenSocial dabei sind (und die eigene App zulassen, das ebenfalls teilnehmende Xing wird den Zugang beispielsweise nur ausgewählten Webapps gewähren).

Die beteiligten Social Networks sind im Grunde alle Wichtigen außer Myspace und Facebook:

(Auffälligerweise fehlt Bebo)

Auch auf Applikationanbieterseite sind von Anfang an verständlicherweise einige Großen dabei: Flixster, iLike, RockYou und Slide. Hinz und Kunzappentwickler werden hier bald schnell folgen.

Auch technisch geht Google das Ganze geschickt an laut Techcrunch:

Unlike Facebook, OpenSocial does not have its own markup language [..]. Instead, developers use normal javascript and html (and can embed Flash elements). The benefit of the Google approach is that developers can use much of their existing front end code and simply tailor it slightly for OpenSocial, so creating applications is even easier than on Facebook.

OpenSocial wird die Landschaft der Social Networks grundlegend verändern.

Denn was hat Google letztlich gemacht? Es hat die Idee hinter Facebooks API, die Öffnung der eigenen Seite, genommen und den nächsten logischen Schritt gemacht. Nach der balkanisierten Öffnung eigenbrötlerischer Plattformen kommt jetzt die Standardschnittstelle für alle teilnehmenden Plattformen. Eine Standardisierung unter Googles Zepter. Für die Geschwindigkeit in der das geplant, konzeptioniert und nun bald umgesetzt wird, muss man Google Respekt zollen.

Unter diesen neuen Nachrichten von heute und gestern, erscheint der Microsoftdeal mit Facebook mittlerweile im Rückblick wie unvermeidbar: Facebook braucht mehr denn je Kapital um sich in diesem Umfeld weiterhin behaupten zu können. Und Google wird als Rädelsführer des vielleicht bald wirtschaftlich wichtigsten Standards im Web noch mächtiger. Die Verbündung mit Facebook scheint Microsofts einzige Chance zu sein, hier überhaupt noch mit im Sandkasten sitzen zu dürfen.

Das heißt im kommenden Plattform-Krieg 2008 haben wir dann 3 Parteien:

  • Facebook und Microsoft
  • Myspace
  • Google und seine Allianz der willigen Social Networks

Game on.

—-

weitere Meinungen:

Techcrunch hatte den Scoop und einige Details: Details Revealed: Google OpenSocial To Launch Thursday

VentureBeat Google-led gang to take on Facebook — Google’s OpenSocial to launch:

Another big name that is absent from the list is Yahoo. While the real significance of the grouping is not yet known, for Yahoo to miss the boat on this wouldn’t be good.

Marc Andreessen Open Social: a new universe of social applications all over the web: Sehr ausführlich und lesenswert. Empfehlung!

Technically, Open Social is implemented as what I call a “plug-in API”, or a “Level 2 platform”. In other words, it’s not a web services API — rather, it’s a way for external applications to “plug into” a host environment (or “container”). And then, in addition to literally showing up inside the pages of a container, the external app can make Javascript calls to retrieve all kinds of useful information from the container and perform all kinds of useful functions within the container, such as “give me a list of all of this user’s friends” or “inject this event into this user’s activity feed”.

Open Social basically standardizes the concept of a plug-in API in such a way that neither host social networking environments (containers) nor external applications will ever have to invent another plug-in API, or have to choose between multiple competing proprietary plug-in APIs.

Scobleizer Will Google “Friendster” Facebook?

Anyone remember Friendster? It was an early entrant into the social networking scene. If they had done their work right they SHOULD have been a much bigger player than they are now.

Techmemeaggregation

deutsche Beiträge:

zweinull.cc OpenSocial: Google verbündet internationale Social Networks – auch Xing?:

Allerdings gibt allein die Tatsache, dass Google Initiator dieses Coups ist und die Zügel in der Hand hat, Grund zu der Annahme, dass hier etwas Grundlegendes, möglicherweise sogar Revolutionäres im Entstehen ist.

Google kauft Jaiku

Google kauft Jaiku. Wer hätte das gedacht.

Jaiku ist ein Microblogging/Messaging-Dienst wie Twitter (in der Tat war Jaiku sogar vor Twitter da).

Was Jaiku gegenüber Twitter auszeichnet, sind Features wie das Erstellen von Themenkanälen, das Kommentieren von Beiträgen und die Möglichkeit, von haus aus Feeds von außerhalb einzubinden. Bei letzterem Feature kann man als Abonnent auch einzelne Feeds davon wieder abwählen. Beispiel: Wenn man also jemandem auf Jaiku folgt, der auch seinen Blogfeed mit einbindet, kann man diesen Blogfeed einzeln wieder abwählen und trotzdem dem Rest folgen. Da das bei Twitter nicht geht, sind bei mir und anderen schon ein paar Spezies rausgeflogen, die wirklich alles in Twitter abkippen. Mit Jaiku kann man solche ungewünschten Redundanzen leicht abschaffen.

Nichtsdestotrotz war es um Jaiku in letzter Zeit recht ruhig geworden. Als ich vor rund 3 Monaten Twitter und Pownce, ebenfalls ein Dienst in diesem Feld, verglich, bemerkte ich zu Jaiku:

Der einzige große Verlierer dieses Onlineplatzhirschkampfes scheint Jaiku zu werden.

Beide Dienste legten damals massiv an Usern zu. Und was Twitter an Features fehlte, bot Pownce in meinen Augen besser an als Jaiku (Besonders die Möglichkeit, kleine Dateien hochzuladen und zu sharen, setzt Pownce von den Anderen ab). Dafür hatte und hat Twitter schlicht und ergreifend mit Abstand die meisten User. Vielleicht gerade wegen der Einfachheit. Und Twitters API natürlich.

 

Jetzt aber gehört Jaiku zu Google. Und das könnte leicht zum Gamechanger werden (Großartige Vermischung von Sprachen heute hier, oder?). Besonders wenn man die kommenden Googlenews am 5. November betrachtet. Jaiku da mittendrin. Das wird interessant.

Offizielles Statement von Jaiku: Jaikido Blog | We’re joining Google

Offizielles Statement von Google: Official Google Blog: Reach out and message someone

FAQ zur Aquisition: Jaiku | Google Q&A

Reaktionen bis jetzt:

Google: making big social media moves « Scobleizer

UPDATE: siehe Techmeme für weitere Reaktionen

(lustigerweise mal wieder zuerst auf Twitter draufgestoßen)

[tags]Google, Jaiku[/tags]

Google wird Facebook folgen und sich noch weiter öffnen

wowhsa! Jetzt schau ich noch kurz auf Techmeme und dort springt mir ein Techcrunchartikel ins Gesicht, der es in sich hat:

Yesterday a select group of fifteen or so industry luminaries attended a highly confidential meeting at Google’s headquarters in Mountain View to discuss the company’s upcoming plans to address the “Facebook issue.”

[..]

Google’s goal - to fight Facebook by being even more open than the Facebook Platform. If Facebook is 98% open, Google wants to be 100%.
The short version: Google will announce a new set of APIs on November 5 that will allow developers to leverage Google’s social graph data. They’ll start with Orkut and iGoogle (Google’s personalized home page), and expand from there to include Gmail, Google Talk and other Google services over time.

Holy frekkin cow!

Das ging schnell. Noch bevor myspace den angekündigten Schritt in diese Richtung macht, will Google facebook folgen, bah! es überholen!, und seine SocialGraph-Daten von Orkut und später der gesamten Googleproduktpalette per API Drittanbietern zur Verfügung stellen:

In the long run, Google seems to be planning to add a social layer on top of the entire suite of Google services, with Orkut as their initial main source of social graph information and, as I said above, possibly adding third party networks to the back end as well. Social networks would have little choice but to participate to get additional distribution and attention.

Das heißt also, auch wenn man Orkut jetzt nicht benutzt und das auch nicht plant, könnte sich das bald ändern. Googles Social Network könnte innerhalb kurzer Zeit zum Kleber werden, der alle anderen Googledienste und den Mehrnutzen durch die Öffnung zusammenhält, und das alles noch mit Diensten von außerhalb kommunizieren lässt.

Mit Googles Standing und Bekanntheit im Mainstream und einer Öffnung, die tatsächlich noch die von Facebook wie geplant übersteigen würde, könnte Orkut gar zum zugrundeliegenden verbindenden Element zwischen den ganzen kleinen, mittelgroßen und letztlich ganz großen Social Networks werden. Man stelle sich eine Art OpenID/PortableSN-Grundlage unter der Fuchtel von Google vor. Meine Fresse, wenn wir nicht aufpassen, ist das das tatsächliche Ende des Internets, das auch ohne Google noch funktionieren könnte.

Denn das Interessante liegt ja nicht unbedingt nur beim mäßig erfolgreichen Orkut und dessen Einsatzmöglichkeiten mit der Öffnung. Sondern auch in der Möglichkeit, Dienste wie GMail und den GoogleReader Drittanbietern zu öffnen. GMail mit einem Xobni-Plugin, now there we’re up to something.

Nicht nur das: diese Google-Tools als Grundlage, als Infrastruktur für die Dienste, die auf ihnen gebaut werden. Standing on the shoulders of giants usw. etc.

Das wird mindestens das ganze Wochenende die US-Techblogosphäre beherrschen und Techmeme vollständig übernehmen. Big News!

Ladies and Gentlemen, we are now officially on the frikkin highway.

 

UPDATE: Marshall Kirkpatrick fasst die Bedenken auf read/writeweb gut zusammen , was das in Sachen Machtzuwachs für Google mittelfristig für uns alle bedeuten könnte:

Arrington says that Google’s social networking software Orkut is what will lay over the top of all its services. I think what’s needed is a federated ID system like OpenID to tie everything together, not one corporate body that can already claim near omniscience. We need the attitudes of Brad Fitzgerald’s old employer, Six Apart, not the arrogance of Google.

 

(Note to self: Nicht mehr ‘mal kurz auf Techmeme schauen’ wenn man eigentlich ins Bett gehen will)

[tags]Google[/tags]

Google kauft Feedburner

Jetzt also doch. Die Gerüchte kursierten seit dem letzten Wochenende, heute ist es offiziell: Google übernimmt Feedburner.

Techcrunch:

Feedburner is in the closing stages of being acquired by Google for around $100 million. The deal is all cash and mostly upfront, according to our source, although the founders will be locked in for a couple of years.

Feedburner, die gefühlte 90% der Feeds der bekanntesten Blogs weltweit verarbeiten, verbreiten und deren Nutzung analysieren, waren ein logisches Übernahmeziel für Google imho. Google hatte quasi nicht mal ansatzweise einen Fuß im ansteigenenden Feedgewerbe. Mit Feedburner übernehmen sie jetzt den mit Abstand führenden Dienst und binden einen Großteil der bekanntesten unabhängigen Publikationen im Netz an sich.

Für mein Gefühl war Feedburner fast ein wenig billig. Aber vielleicht überschätz ich das auch. Trotzdem: Warum hat keiner der anderen Großen zugeschlagen? Microsoft? Yahoo? Hallo, schlaft Ihr? Mit Feedburner hätte man sich so leicht in einem immer wichtiger werdenden Web-Segment von Google absetzen können. Und zwar effektiv. Feedburner bringt ja schon unzählige Kunden mit, da hätte man einen starken Werbemarkt aufbauen können an den Google ohne weiteres nicht rangekommen wäre. Verstehe wer will.

2 Resultate:

1. Demnächst Adsense in Feeds.

2. Ich bekomm langsam Angst vor der Googlekrake.

 

Tags:[tag]Google, Feedburner[/tag]

Newssnack: Netvibes, Openid, Google

Netvibes Netvibes-Gründer Tariq Krim hat gestern auf der Future of Web Apps Konferenz in London bekanntgegeben, dass das Startpageunternehmen mit dem nächsten Release namens ‘Coriander’ das sogenannte Universal Widget API einführen wird. Mit dieser Schnittstelle sollen Widgets problemlos plattformübergreifend funktionieren.

A single javascript embed code will add the widget to any of the supported platforms. The code will recognize the platform and run the appropriate code for that platform within the widget. Once Coriander has launched, sites will be able to create and promote a single widget embed code for most platforms.

Krim also announced that Netvibes will be open sourcing the runtime at the same time as the platform launches, allowing anyone to expand the number of widget platforms supported. Expect smaller widget platforms to jump on this.

Techcrunch
Netvibes hat es erkannt: Im Web geht es um Offenheit. Zäune machen die User eher ungehalten (Es sei denn man hält seine Produkte in einem konsequenten Weiß). Mit seinem bereits großen Ecosystem und den nun noch folgendem Widgetsturm verfestigt Netvibes seine Poleposition unter den Startpages weiter.

OpenID Nicht mehr ganz frisch, und AOLs Beweggründe wurden bereits im LinkBlog abgehandelt, soll es nicht unerwähnt bleiben: Der unglaubliche Siegeszug dieses Jahr von OpenID, einer zentralen Anlaufstelle für Identitäten/Loginbestandteilen. Mit einer Identität bei OpenID kann man sich in alle unterstützte Seiten einloggen. Erst Microsoft, dann AOL und jetzt Digg haben angekündigt in nächster Zukunft OpenID zu unterstützen (AIM-Namen sind bereits OpenIDs). Bis jetzt haben eher kleine Seiten OpenID unterstützt. Eine Liste von Seiten, welche OpenID unterstützen findet man hier. Das bringt Vorteile mit sich: bequemes Nutzen mehrerer Seiten auch für Otto Normalsurfer, niedrigere Einstiegsbarrieren für neue Seiten usw. Als auch Nachteile: Erhöhtes Sicherheitsrisiko durch Zentralisierung. Im Großen und Ganzen stehe ich dem aber positiv gegenüber.

Google Google greift Microsofts Office mit seinen Google Apps Premier Edition an.
Details:
-Produkte zusätzlich zu Gmail, Google Calendar, Google Talk und Google Start Page: Google Docs & Spreadsheets, Gmail for mobile devices und Application-level control (Anpassung an unternehmensspezifische Begebenheiten)
-garantierte 99,9% Uptime
-24/7 Techsupport
-10GB pro User
-50$ pro User pro Jahr

Um mit dem aktuellen MS-Office-Preis auf die gleichen Kosten zu kommen, müsste man Letzteres 10 Jahre lang nutzen (Zinsen nicht mitgerechnet), und das ohne Updates. Google bietet somit eine günstigere und dazu einfacher zu verwaltende Alternative an, die selbst aber auch nicht ohne Nachteile ist (Sicherheitsrisiko, Verfügbarkeitsrisiko trotz Garantie). Ausführliche Diskussion in der englischsprachigen Blogwelt hier.

Tags:[tag]Netvibes, Openid, Google[/tag]